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Hanewacker

In der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts begann die Industrialisierung. Geringe Löhne und lange Arbeitszeiten zwangen die Menschen, gegen Müdigkeit und Hunger anzukämpfen. Schnell haben sie herausgefunden, dass Kautabak hierfür das richtige Mittel war. Kautabak musste aber importiert werden. Da kam Georg Andreas Hanewacker auf die Idee Kautabak in Deutschland zu produzieren und gründete am 3. Oktober 1817 in Nordhausen die Firma G.A.Hanewacker. Es handelte sich hierbei um ein kleines Unternehmen, von dem der Gründer in den Anfängen nicht leben konnte. Er betrieb in dieser Zeit als Broterwerb Wechselgeschäfte. Schnell erfuhr das erste deutsche Unternehmen, das sich mit der Herstellung des Kautabaks in Deutschland befasste, einen enormen Aufschwung.

Von der Idee zur Ausführung – die Geschichte der Firma

Nachdem die Firma gegründet und die ersten Fässer des Kentucky-Tabaks in Deutschland vermarktet worden waren, begann der junge Unternehmer die nächste Hürde zu nehmen. Um Kautabak herstellen zu können, benötigt man sehr stark nikotinhaltigen Tabake und eine Soße, in der der Tabak reifen muss. Zu dieser Soße waren keine Rezepte zu erhalten, also musste die Zusammensetzung der Ingredienzien so lange ausprobiert werden, bis das Ergebnis allen Anforderungen Stand halten konnte. Hanewackers Sohn August erlernte den Beruf des Kaufmanns und führte zwanzig Jahre lang mit seinem Vater gemeinsam das Nordhäuser Unternehmen. Bereits 1858 reichten die Räume des Unternehmens nicht mehr aus, es musste in ein größeres Gebäude gezogen werden und für den Arbeitsprozess waren mehr Mitarbeiter erforderlich, die eingestellt werden mussten.

1867 starb Georg Andreas und nur drei Jahre später sein Sohn August. Die Enkel Hermann und Adolf führten das Unternehmen weiter. Auch die viel jüngeren Brüder Hugo und Rudolf traten später in dem Unternehmen ein. Die Brüder setzten mit großem Erfolg auf eine hohe Qualität ihrer Erzeugnisse und konnten so lange Zeit den Markt dominieren. Auch heute ist Hanewacker Kautaback in Kennerkreisen für seine sehr gute Qualität bekannt. 1928 zog die Firma in Nordhausen in ein neues, größeres Gebäude. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen 2.000 Beschäftigte. Mit dieser großen Belegschaft gehörte es in Nordhausen zu den großen Arbeitgebern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen von Nordhausen nach Duisburg verlegt und von Ewald, dem Sohn des Rudolf in der vierten Generation weitergeführt. Nach 158 Jahren kam für die Unternehmung im Jahr 1975 das Aus.

Hanewacker Kautaback heute

Um die Menschen gegen Passivrauchen zu schützen, wurde in Deutschland 2008 das Rauchen in öffentlichen Gebäuden gesetzlich verboten. Durch dieses gesetzlich angeordnete Rauchverbot wird Kautabak heute wieder interessant. Obwohl die Firma Hanewacker nicht mehr besteht, wird der Hanewacker Kautaback unter diesem Namen weiter hergestellt und vermarktet. Beim Kauen von Kautabak entsteht kein Rauch, es wird aber Nikotin freigesetzt, der stimulierend wirkt. Kautabak wurde ursprünglich für Seeleute entwickelt, die an Bord von Schiffen, die ja aus Holz bestanden, kein Feuer machen durften. Außerdem hatte man durch den Kautabak, anders als bei Zigarette oder Zigarre, beide Hände zum Arbeiten frei. Gerade bei jungen Menschen, die viel am Computer arbeiten und bei Studenten, die auf Nikotin nicht verzichten möchten, geht heute der Trend wieder zum Kautabak. Es wird kein Rauch entwickelt, man hat beide Hände zum Arbeiten an der Tastatur frei und selbst in Vorlesungen kann Kautabak konsumiert werden, ohne dass es auffällt.